Ein neuer Tag begrüßte uns mit heißem Bilderbuchwetter. Nach dem Frühstück mit frischer Melone und vielen anderen Leckereien fuhren wir zunächst in die Stadt. Die gut deutsch sprechende Dame an der Rezeption hatte uns von einer Tour in das trockene Sant Josep de sa Talaia abgeraten und so tranken wir zunächst etwas unschlüssig unseren Café con Leche vor Rita's Cantina
mit der freundlichen, vielsprachigen Bedienung. Sie meinte: Sie können mit mir auch deutsch reden!
Ich antwortete zerstreut: Por favor?
Spontan entschieden wir uns für eine Rundfahrt mit der Bimmelbahn in das nahegelegene Santa Agnes und kamen gerade recht zur Abfahrt um 13:00 Uhr am Platz mit dem Ei des Kolumbus. Während wir noch zweifelten, ob der Fahrpreis von 10,- Euro pro Person (inklusive einem Freigetränk in der Bar La Palmera
) gerechtfertigt war, kam das Bähnchen vorgefahren mit dem wild gestikulierenden Chauffeur. Er hielt angsterfüllt das Lenkrad aus seiner Lokomotive.
Später schnitt er Grimassen, imitierte gekonnt Pferde, Schafe oder Esel, stets passend zu den vorbeihuschenden Sehenswürdigkeiten. Auf spanisch, englisch und deutsch erklärte er uns die spärlichen Felder mit Oliven, Mandeln, Zitronen, Feigen und Orangen, munter untermalt mit passenden Geräuschen. Mit diesem Temperamentsbündel wurden es zwei sehr kurzweilige Stunden, die wir nicht hätten missen mögen.
Wieder zurück freuten wir uns auf ein kühles Bier an dem schattigen Platz am Hafen. Ich hatte Mühe, nicht meine Enttäuschung zu zeigen über die fehlenden leckeren frischen Erdnüsse, die es hier schon am ersten Tag gegeben hatte. Als ich später nach Nachos fragte, brachte der Kellner statt dessen kostenlose leckere frische - Erdnüsse!
Bald danach brachte uns der Bus zum Hotel.
Es gab gemischten Salat, Grilltomate, Honig- und Wassermelone, Albondigas (Rinderhackbällchen), gegrillte Hähnchenbrustfilets, Erbsen und Möhren, Artischockenherzen mit Gorgonzolacreme, Auberginen-Scheiben, Kroketten und Pommes frites, Spaghetti mit frisch gemahlenem Parmesan und Lasagne, Mousse au Chocolat, Zitronensorbet und frische Mandeln, Hasel- und Walnüsse. Habe ich auch nichts vergessen? Egal, es war wieder köstlich!
Dazu gönnten wir uns Vino de la Casa Blanco und Tinto (nur 4,90 Euro die Flasche). Frisch gestärkt machten wir uns dann auf zu meinem Termin
mit Bruno im Café del Mar.
Welch eine Veränderung zu unserem ersten Besuch. Himmel und Menschen drängelten sich rings um das Lokal. Neben Bier, Sangria, Cuba Libre oder Café con Leche wurden auch die neuen Modedrinks wie Smirnoff on Ice oder Bacardi Breezer auf improvisierten Plätzen am schroff-felsigen Strand getrunken.
Wir hatten Glück und fanden einen gerade frei gewordenen Platz auf der Terrasse, von dem aus wir das Schauspiel der langsam im Meer versinkenden Sonne genießen konnten. Gleichzeitig bemühten sich am Strand einige Jongleure mit brennenden Fackeln um ein paar Monetas. Ein schwarz gekleideter Mann führte seine um den Hals hängende Python vor, während jemand mit einer Fernsehkamera die gesamte Stimmung einzufangen versuchte. Über all dem waberte unaufhörlich die hypnotisierende Musik des Cafés.
Kurz machte ich Bruno auf meine CD aufmerksam. Er versprach, sie sich bald anzuhören...
Als wir zum Tagesabschluss um 23:30 Uhr auf der Hotelterrasse ankamen, bat ich spontan den Animateur, meine CD aufzulegen. Als ich sie ihm kurz darauf auch noch schenkte, bedankte er sich überschwenglich. Morgen gäbe es einen Karaoke-Abend, meinte er noch. Dann war für uns Schlafenszeit.